Vom 30. September bis zum 3.Oktober fand auf der Schwäbischen Alb das erste Laureus-SportCamp statt. an dem alle acht in Deutschland von der Laureus-Stiftung geförderten Projekte beteiligt waren. Unter dem Motto „Sport has the power to change the world" begaben sich 50 Kinder sowie deren Betreuer und Projektleiter auf eine sportliche Reise um die Welt, um die einzelnen Projekte kennenzulernen und verschiedene Sportarten auszuprobieren. Ob Fußball von den Kicking Girls und KICKFORMORE, Rangeln und Raufen als Vorstufe für das Boxen, vorgestellt von dem Berliner Projekt KICK im Boxring und Kids for future aus Köln, kooperative Olympische Spiele organisiert von move&do oder Hockey vom Berliner Projekt KICK on Ice: Für die Kinder und Jugendlichen war im Camp allerhand geboten.
Highlight war für viele die Fahrt zum Golfclub Donau-Riss, der seinen Platz für die Kinder und Jugendlichen der Laureus-Stiftung kostenlos bereitstellte. Dort vermittelten drei Golf-Pros gemeinsam mit den körperlich und geistig behinderten jugendlichen des Münchner Projekts „KidSwing" den anderen Kids die Golf-Basics. Mit Feuereifer übten die Kinder drei Stunden lang putten und abschlagen und nahmen den ein oder anderen Tipp vom Profi mit.
„Das ist so viel besser als Minigolfen"., freute sich die elfjährige Marie-Michelle von der Ameisenbergschute in Stuttgart und sammelte ihre Golfbälle wieder in den Eimer. Sie ist eines derjenigen Kinder, das sich um dieTeilnahme am Camp beworben hatte. Jedes Projekt durfte sechs Kinder mit zum Laureus-Sport-Camp bringen. Das war für das Stuttgarter Projekt „move&do", das jährlich mit 4000 Kindern und Jugendilchen aus der Landeshauptstadt erlebnispädagogisch arbeitet, eine schwere Entscheidung. Die Wahl viel auf die sechste Klasse der Ameisenbergschule im Stuttgarter Osten. Die Ameisenbergschule arbeitet schön seit dem Projektstart im Jahr 2006 mit move&do zusammen. Alle fünften Klassen durchlaufen ein Kletterangebot, das den Kindern den Einstieg und das Kennenlernen in der weiterführenden Schule erleichtert und gleichzeitig soziale Kompetenzen schult.
Um am Laureus-Camp teilzunehmen, konnten sich interessierte Kinder der Klasse 5 der Ameisenberguhule bewerben. „Von einer offiziellen Bewerbungsmappe, über einen selbstgedrehten Film bis hin zu einer Tanzchoreographie haben wir alles gesehen. Wir haben uns wie Dieter Bohlen bei das Supertalent gefühlt", erklären Carola Bugert, Diplom-Sportwissenschaftlerin, und Marcus Weber, Diplom-Sozialpädagoge bei ,move&do".
Am Wochenende wurde erneut deutlich, dass Sport alle Sprachen spricht und anfängliche Ängste und Hemmnisse schnell überwunden werden. Noch bevor alle Projektgruppen angereist waren, fand schon das erste Fußballspiel, initiiert von den Kindern und Jugendlichen, statt. Egal ob Schwaben oder Kölner, behindert oder nicht-behindert, alt oder jung, mit oder ohne Migrationshintergrund- alle durften mitspielen. Auch Thomas Jansen, Projektleiter von KICK im Boxring, konnte nur bestätigen, wie wertvoll das Camp für seine Berliner Jungs war: „Durch das Camp kommen die Kinder aus ihrem normalen Kontext raus. Für meine Jungs ist das sehr aufregend, die Kinder aus den anderen Projekten kennenzulernen. Hier haben sie die Chance, ihren Horizont zu erweitern, andere Kulturen und Menschen kennenzulernen."
Ein Schuljahr lang wurden Modelle gebaut, verschiedene Flöße konstruiert, Probefahrten auf dem Max-Eyth-See unternommen und der Floßtour auf dem Hochrhein vom Rheinfall flussabwärts entgegengefiebert.
Höhepunkt für die 10- bis 13-jährigen Schüler der Stuttgarter Kreuzsteinschule war sicherlich das Zuwasserlassens ihres aus Brettern und blauen Tonnen bestehenden Floßes am Rheinufer in Balm. In der einen Woche dann haben die Schüler und deren Betreuer damit nicht nur 35 Kilometer des Rheins befahren, sondern jeden Abend ein neues Lager errichtet, auf Gaskochern das Essen zubereitet, in Zelten geschlafen, um sich am nächsten Tag wieder auf die harten Hölzer des Floßes zu begeben und wieder von vorne anzufangen. „Es war unglaublich, welche Entwicklung die Schüler im letzten Schuljahr mitgemacht haben. Noch zu Beginn wäre solch eine Aktion undenkbar gewesen. Zehn Einzelkämpfer, jeder mit seinen persönlichen Problemen beschäftigt, unkonzentriert, unruhig. Gut, dass es solche Initiativen gibt, die auch längerfristig angelegte Projekte unterstützen" so Yvonne Kersten, Klassenlehrerin an der Kreuzsteinschule.
Im Juni 2010 setzten sich Carola Mertens und Marcus Weber von move&do mit Rainer Öhrle von der Evangelischen Jugend Stuttgart zusammen, um eine Kooperation einzugehen und ein neues erlebnispädagogisches Projekt zu entwickeln. Gemeinsam entstand die Idee, mit einer Förderschulklasse eine Floßtour zu unternehmen. „Da kam die Unterstützung der ,lch kann was!'-Initative der Deutschen Telekom natürlich sehr gelegen. Wir waren uns einig, dass wir den Schülern mehr bieten wollten, als ein einmaliges Erlebnis, das schon nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit gerät", erklärt Marcus Weber. Deshalb sollten die Schüler von Anfang an in die Planung der Tour miteinbezogen und möglichst ganzheitlich geschult werden, weshalb neben kooperativen Spielen auch Ausflüge ins Cityrock, eine Probenacht im einem Aktivpark und Probepaddeln auf dem Max-Eyth-See dazu gehörten.
Die wöchentlich stattfindenden Vorbereitungstreffen wurden ergänzt durch fächerübergreifenden Unterricht zu den Themen Floß, Flusskunde, Kalkulation der Verpflegungskosten, Erstellen einer Packliste und eines Essensplans und Verfassen von Spendenbriefen. „Gut, dass wir ein ganzes Schuljahr für die Vorbereitung eingeplant haben, denn zu Beginn konnten noch nicht einmal alle Schüler schwimmen, Also sind wir so lange mit den Kindern schwimmen gegangen", erklärt Carola Mertens. Bis zum Tourstart habe aber jeder das bronzene Schwimmabzeichen geschafft. Gestärkt und mit einem reichen Erfahrungsschatz kamen die Schüler am Ende dieser erlebnisreichen Woche zurück an ihre Schule und berichteten ihren Eltern, Lehrern und Mitschülern unter viel Anerkennung von den Erlebnissen ihrer Tour. Stolz können die Schüler nun von sich behaupten: „Ich kann was!"
Gemeinsam qeht es besser: Beim Floßprojekt von „move&do" haben die Förderschüler viel gelernt.
Unter der Trägerschaft des Sportkreis Stuttgart e. V, der Laureus Foundation Deutschland und der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft arbeiten die erlebnispädagogischen Angebote von „move&do" in Stuttgart erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen aus Schulen und sozialen Einrichtungen zusammen.
Move&do steht für eine ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen. Damit soll eine positive Entwicklung des Sozialverhaltens und der Persönlichkeitsbildung gefördert und das Erlernen von Schlüsselqualifikationen ermöglicht werden. Das Projekt sieht sich als ergänzender Baustein des Schulprogramms und bietet eine Bereicherung für das Schulprofil. Ein Schuljahr lang wurden Modelle gebaut, verschiedene Flöße konstruiert, Probefahrten auf dem Max-Eyth-See unternommen und der Floßtour auf dem Hochrhein vom Rheinfall flussabwärts entgegengefiebert. Highlight für die zehn- bis dreizehnjährigen Schülerinnen und Schüler war sicherlich das Zuwasserlassen ihres aus Brettern und blauen Tonnen bestehenden Floßes an der Einsatzstelle in Balm: „Ich habe bis zum Schluss nicht gedacht, dass es tatsächlich hält und nicht mitten auf dem Fluss auseinanderbricht", erklärt Daniel, der genauso wie seine neun Kameraden mächtig stolz darauf ist, was er in dieser einen Woche geleistet hat. Die Jugendlichen und ihre Betreuer haben nicht nur 35 km paddelnderweise auf einem Floß den Rhein befahren, sondern jeden Abend ein neues Lager errichtet, auf Gaskochern das Essen zubereitet und in Zelten geschlafen, um sich am nächsten Tag wieder auf die harten Hölzer des Floßes zu begeben und wieder von vorne anzufangen.
„Es war unglaublich, welche Entwicklung die Jugendlichen im letzten Schuljahr mitgemacht haben. Jeder Einzelne ist förmlich über sieh hinausgewachsen. Noch zu Beginn wäre solch eine Aktion undenkbar gewesen. Zehn Einzelkämpfer, jeder mit seinen persönlichen Problemen beschäftigt, unkonzentriert, unruhig. Gut, dass es solche Initiativen gibt, die auch längerfristig angelegte Projekte unterstützen", so Yvonne Kersten, Klassenlehrerin an der Kreuzsteinschule.
Im Juni 2010 setzten sich Carola Bugert und Marcus Weber von move&do mit Rainer Öhrle von der Evangelischen Jugend Stuttgart zusammen, um eine Kooperation einzugehen und ein neues erlebnispädagogisches Projekt zu entwickeln. Gemeinsam entstand die Idee, . mit einer Förderschulklasse eine Floßtour zu unternehmen.
„Da kam die Unterstützung der „Ich kann was!"-Initative der Deutschen Telekom natürlich sehr gelegen. Wir waren uns einig, dass wir den Schülern mehr bieten wollten, als ein einmaliges Erlebnis, das schon nach kurzer Zeit wieder in Vergessenheit gerät", erklärt Marcus Weber. Deshalb sollten die Jugendlichen möglichst ganzheitlich geschult und von Anfang an in die Planung der Tour mit einbezogen werden. Durch die aktive Beteiligung sind die Jugendlichen vielmehr Teil der Tour als nur passive Konsumenten.
Neben der Konstruktion von Flößen sollten die Jugendlichen in erster Linie in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden und als Team zusammenwachsen. Neben vielen kooperativen Spielen standen deshalb auch Ausflüge ins Cityrock, eine Probenacht im Aktivpark Bergheide und Probepaddeln auf dem Max-Eyth-See auf dem Programm. Ergänzt wurden die wöchentlich stattfindenden Vorbereitungstreffen durch fächerübergreifenden Unterricht zu den Themen Floß, Flusskunde, Kalkulation der Verpflegungskosten, Erstellen einer Packliste und eines Essensplans und Verfassen von Spendenbriefen. Gut, dass wir ein ganzes Jahr für die Vorbereitung eingeplant haben, denn zu Beginn konnten noch nicht einmal alle schwimmen, was natürlich ein absolutes Ausschlusskriterium für die Tour gewesen wäre. Also sind wir so lange mit den Kindern schwimmen gegangen, bis jeder einzelne mindestens das bronzene Schwimmabzeichen geschafft hat.
Gestärkt und mit einem reichen Erfahrungsschatz kamen die Jugendlichen am Ende dieser erlebnisreichen Woche zurück und berichteten ihren Eltern, Lehrern und Mitschülern unter viel Anerkennung von den Erlebnissen ihrer Tour. Stolz können sie nun von sich behaupten „Ich kann was!" und haben erkannt, dass sie mit guter Teamarbeit und der Einbringung ihrer Stärken in der Lage sind, ihre Ziele zu erreichen.
Carola Bugert
Dipl. Sportwissenschaftlerin
www.moveanddo.de
Schüler der Kreuzsteinschule wollen 30 Kilometer paddeln
Von Christoph Meyer
STUTTGART. Steht man an einem warmen Frühlingstag vor dem Bootshaus des Jugenhausvereins am Max-Eyth-See, könnte man meinen, man befände sich in der Südsee. Das hohe Reetdach mit dem trotzig hervorspringenden First und die fratzenhaften Schnitzereien am Eingang haben etwas Exotisches. Es beschleicht einen das Gefühl, man habe sich unerlaubt in die Domäne eines Eingeborenenstammes gewagt und müsse nun imFalle des Entdecktwerdens damit rechnen, als Schrumpfkopf zu enden. Und tatsächlich erscheint im Gegenlicht auf dem See ein Floß, das sich langsam, aber stetig nähert. Darauf sitzen allerdings keine Kopfjäger, sondern elf Schüler der Kreuzsteinschule in Stuttgart-Freiberg. Die Fünft- und Sechstklässler der Förderschule üben das synchrone Paddeln mit dem Floß. Sie sitzen entweder auf den großen blauen Fässern, die als Schwimmkörper dienen, oder auf zusammengeklappten Bierbänken, die geschickt auf die leichte Lattenkonstruktion des Floßes angebracht sind. Sie werden sich am 27. Juni unterhalb des Rheinfalls einschiffen und dann innerhalb von drei Tagen 31 Kilometer stromabwärts fahren.
Dann wird auch das Paddeln viel leichter fallen, erklärt fachmännisch der elfjährige Daniel. Für viele von ihnen wird es das erste Mal sein, dass sie von zu Hause weg sein werden. Sie kommen allesamt aus schwierigen Verhältnissen. Wegen massiver Lernprobleme sind sie auf der Förderschule. Hier bekommen sie in kleinen Portionen nur so viel beigebracht, wie sie aufnehmen können. Die Kinder sollen auf dem Floß vor allem Teamgeist lernen und Selbstbewusstsein schöpfen. Nicht umsonst heißt die Initiative der Telekom, die die Fahrt finanziert, „Ich kann was“. Zehn Prozent der Unkosten haben die Schüler durch das Sammeln von Spenden selbst gedeckt. Gefährlich ist das Fahren mit dem Floß nicht, so Rainer Öhrle von der Evangelischen Jugend Stuttgart. Der Rhein wird auf dem betreffenden Abschnitt nicht beschifft. Öhrle wird die Kinder zusammen mit der Lehrerin Yvonne Kersten und der Erlebnispädagogin Carola Mertens auf ihrer Fahrt begleiten.
Zum Start der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) im April haben 30 Schüler der Luginslandschule und der Auschule aus Untertürkheim den Hockenheimring besucht. Das gemeinsam vom Sportkreis Stuttgart und der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft getragene Projekt move&do wird von der Laureus Stiftung Deutschland gefördert. Der Stiftung ist es auch zu verdanken, dass sich die Schülerinnen und Schüler der genannten Schulen im April auf den Weg zum Hockenheimring machten. Der Anlass: Mercedes Benz hat das aktuelle Fahrzeug von Ralf Schuhmacher mit dem Laureus Logo versehen, um die Stiftung noch mehr in der Öffentlichkeit zu platzieren. Denn der Traum, dass Sport die Welt verändern kann soll noch mehr in die Öffentlichkeit gelangen. „Ich freue mich sehr, dass ich dazu beitragen kann, die Laureus Stiftung populärer zu machen; es ist wichtig, dass wir uns über Projekte mit den Problemen der Jugendlichen auseinandersetzen“, so Ralf Schuhmacher. Der DTM Pilot Schuhmacher wird der Stiftung in nächster Zeit auch als Botschafter zur Seite stehen.
Die Schüler von move&do freuen sich sehr über die Unterstützung durch die Laureus Stiftung, denn move&do ermöglicht ihnen mit regelmäßig stattfindenden erlebnispädagogischen Aktionen eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls und des Vertrauens in sich und andere. Die erlangte Konflikt- und Kommunikations- fähigkeit ermöglicht ihnen die Übernahme von mehr Verantwortung im Alltag. Pascal aus der Auschule ist der Ansicht:“ Nachdem wir in unserer Klasse soviel erreicht haben, ist der Besuch der DTM ein toller Abschluss. Das Klima in der Klasse ist mittlerweile so gut, dass solche Ausflüge richtig Spaß machen.“
Die Stiftung sucht immer wieder den Kontakt zu ihren Projekten und ermöglicht den Teilnehmern so Erlebnisse der besonderen Art. So besuchten die Teilnehmer auch die Boxengasse, um einen Einblick in die Rennvorbereitung und die technische Abstimmung der Fahrzeuge zu bekommen. Das Highlight war sicherlich das Foto mit Schülern und dem Laureus AMG Mercedes von Ralf Schuhmacher. Ein Boxenbesuch so kurz vor dem Rennen war für alle ein absolutes Novum und ermöglichte einen tiefen Einblick in das bevorstehende Rennen. Mit großer Spannung ging es nun vorbei an der Mercedes Benz Lounge Richtung Tribüne, denn der Start des Rennens stand unmittelbar bevor. Kaum saßen alle auf ihren Plätzen, startete auch schon die Aufwärmrunde. Ralf Schuhmacher startete von Position 16 und belegte mit seinem Laureus Fahrzeug nach einer grandiosen Aufholjagd Rang neun. Das ist nur ein Platz an den Punkten vorbei, und sicher ein gutes Zeichen für die kommenden Rennen. Für Mercedes war es durchaus ein erfolgreicher Tag, da sie in der Gesamtwertung die ersten vier Plätze belegten.
Zum Abschluss des Tages konnten einige der Schüler in den neuen Mercedes Benz Modellen über das Testgelände mitfahren. Die meisten Mitfahrer waren aufgrund der Geschwindigkeit der Fahrzeuge in einer beinahe „Rennsituation“ mehr als beeindruckt.
Nach dem Besuch von Mika Häkinnen und Boris Becker im letzten Jahr im Hochseilgarten war dies das zweite „meet&greet“ mit Botschaftern von Laureus im Stuttgarter Projekt. Für die Kinder und Jugendlichen von move&do sind diese Besuche eine absolute Wertschätzung, die sie in ihrem alltäglichen Leben viel zu selten erhalten. Aus diesem Grund freuen wir uns mit unseren Schülern jetzt schon auf weitere „meet&greets“!
Marcus Weber
Mensch, war das mutig: Promi-Ikone Boris Becker (41) hat bei einem karitativen Einsatz in luftiger Höhe um sein Gleichgewicht ringen müssen.
Gemeinsam mit dem ehemaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen begab sich der dreimalige Wimbledon-Sieger in seiner Funktion als Laureus-Botschafter nach Stuttgart, um dort Kinder der Ameisenbergschule im Rahmen des Projektes 'Move & Do' zu unterstützen.
Die vom 'Bobbele' mitgegründete Laureus-Stiftung verfolgt erklärtermaßen das Ziel, "Sport als Mittel zum sozialen Wandel" einzusetzen, und fördert in diesem Zusammenhang über 60 wohltätige Projekte weltweit. Das 'Move & Do'-Projekt in Stuttgart will Schulkindern mit Methoden der Erlebnispädagogik helfen, sich als Gemeinschaft zu fühlen und sich gegenseitig zu respektieren.
Marcus Weber, Projektleiter von 'Move and Do', erklärt gegenüber dem hauseigenen Internet-Sender 'Boris-Becker.tv', woran es heutzutage beim Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen oft hakt: "Das Problem an den Schulen heutzutage ist ganz einfach, dass die Kinder teilweise gar nicht wissen, wie man sich in einer Gruppe verhalten muss. Werte und Normen sind nur verwaschen oder sehr dünn vorhanden."
Sonja Oßwald, Sportlehrerein an der Ameisenbergschule beschreibt die konkrete Situation vor Ort so: "Wir haben einen Fremdenanteil von etwa 80 Prozent an unserer Schule, wir merken das aber meistens nur am Sprachproblem, das die Kinder haben. Aber ansonsten haben wir einen sehr guten Umgang innerhalb unserer Schule. Wir legen auch sehr viel Wert auf Regeln und Rituale."
Die eigentliche Übung, an der sich dann Mika Häkkinen und Boris Becker beteiligen, besteht darin auf sieben Metern Höhe über einen engen Brettersteg zu laufen, den die Kinder unten per Seil so stabilisieren müssen, dass der Überquerende vorankommt. Klappt es nicht, bleibt er wie eine Wurst am Seil hängen.
Der finnische Rennchampion beschreibt das Wesentliche an der Aufgabe, die auch Boris absolviert, wie folgt: "Da oben zu stehen und dann runterzuspringen, da wird einem mit großer Sicherheit ganz schön mulmig. Allein kann man das nicht machen, man braucht die anderen, um sein Ziel zu erreichen."
Nach überstandener Schrecksekunde beim Sprung ins Leere zum Abschluss zieht Boris Becker Bilanz: "Es ist ganz schön hoch und ganz schön schwer, ohne die Unterstützung und das Mitwirken der Kinder wäre das nicht möglich. Das ist auch der Sinn und Zweck der Übung, dass man eben als Gemeinschaft stärker ist als jeder Einzelne. Und das merkt man wirklich, wenn man sieben Meter hoch in der Luft ist, und angewiesen ist auf die jungen Menschen unten, die dann alles gerade halten."
Aufgeregte Kinder aus dem Stuttgarter Osten und das Team von move&do verbrachten im Februar ein Wochenende in den Bergen - mit Schneeschuhen, Schaufeln, Schlitten und Spielen fernab vom Alltagsstress und dem Stadtleben. „Solch eine Ausfahrt ist immer wieder eine willkommene Abwechslung zum alltäglichen Geschäft. Nicht nur man selbst hat die Gelegenheit raus in die Natur zu kommen, vor allem erlebt man die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schule ganz anders. Die Natur kennt keine Rücksicht, dadurch sind die gemachten Erfahrungen und Erlebnisse intensiver" so der Sozialpädagoge von move&do, Marcus Weber.
Neben Spielen im und mit Schnee, Rodeln im Schein der Stirnlampen, wilden Schneeballschlachten und einer nächtlichen Grillaktion wurde die Ernsthaftigkeit des Draußenseins beim Iglubau erprobt. Die Strapazen der „Bauarbeiten" während des Tages waren beim eigentlichen Highlight, der Igluübernachtung, schnell vergessen. Mit der eigenen Leistung zufriedene, aber auch erleichterte Kinder begrüßten die Leiter am nächsten Morgen: „Die Nacht im Iglu war gar nicht so kalt, wie ich befürchtet hatte. Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier."
move&do möchte den Teamgedanken aus dem Sport in die Schulen transportieren. Denn dort sind Gewalt, Aggression, Alkoholmissbrauch, Mobbing oder Ausgrenzung leider immer häufiger ein Thema. Unter entsprechender Inszenierung ist der Sport ein gutes Instrument, um sein Ziele auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen, da er unter anderem für Fair Play und Teamfähigkeit steht.
Kooperative Spiele und Problemlösungsaufgaben direkt an der Schule oder in sozialen Einrichtungen, Klettern in der Halle, am Fels oder im Hochseilgarten, Paddel- und Floßbauaktionen, City-Bound mit und ohne GPS oder Höhlenerkundungen auf der Schwäbischen Alb - das sind Settings und Methoden die helfen können, Probleme abzubauen und Ziele zu erreichen. Ein besonderes Merkmal von move&do ist ein mit erlebnispädagogischem Material ausgestatteter Transporter, der dort hinkommt, wo Bedarf ist. Vor drei Jahren ging move&do an den Start, um mit Erlebnispädagogik Kinder und jugendliche zu stärken und zu fördern. Erfahrungen aus dem Sport und der Jugendhilfe wurden gebündelt, um das Projekt in gemeinsamer Trägerschaft von Sportkreis Stuttgart, der Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland und der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft umzusetzen.
Die große Nachfrage und die positiven Effekte bei den Kindern und Jugendlichen haben Laureus veranlasst, die Partnerschaft drei weitere Jahre fortzuführen: „Sport steht im Mittelpunkt des Projekts, daher ist die Laureus-Stiftung gerne ein Teil dieser gemeinsamen Initiative. Sport hat die Kraft die Welt zu verändern, das ist unsere Mission, die wir hier in Stuttgart umsetzen wollen. Teamfähigkeit, Verantwortung, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen sind grundlegende Fähigkeiten, die jungen Menschen heute oft fehlen" erläutert Stefanie Möllenkamp, Leiterin der Laureus Sport for Good Stiftung Deutschland.
In den nächsten drei Jahren sollen daher auch verstärkt ehemalige Teilnehmer in die Weiterentwicklung und die Durchführung der Angebote einbezogen werden. Nach dem Motto „Schüler für Schüler" sollen diese jungen Menschen ihre positiven Erfahrungen an nahezu Gleichaltrige weitergeben.
Dominik Hermet
Die Laureus Academy Member Boris Becker und Mika Häkkinen besuchten auf Initiative der Laureus Stiftung Deutschland am 21. März das Projekt moveb&do und kämpften gemeinsam mit den Fünftklässlern der Ameisenbergschule gegen Schwerkraft und Höhenangst.
In Zweierteams ging es über eine Wackelbrücke" in luftiger Höhe - Stefan (9) mit Mika Häkkinen und Shabnam (9) mit Boris Becker. Sieben Meter in der Luft sind bei den Schülern und den Stars Konzentration und höchste Aufmerksamkeit gefordert. Das Zittern der Knie lässt erst wieder nach, wenn alle festen Boden unter den Füßen haben. Der Rest der Klasse verfolgt jeden Schritt der Beiden und versucht die Brückenbretter in die richtige Position zu bringen.
Wer am Samstag am aktivparkBergheide vorbei kam, staunte nicht schlecht über den Andrang. Die fünfte Klasse der Ameisenbergschule aus Stuttgart Ost war zum Höhepunkt ihres erlebnispädagogischen Projektes mit movebtdo füreinen Tag im Hochseilgarten. Doch zusätzlichzu diesem ohnehin schon aufregenden Ereignis hatte sich noch Prominenz aus dem Sport angekündigt: Die Laureus Academy Member Boris Becker und Mika Häkkinen. Sie engagieren sich zusammen mit 44 weiteren Prominenten ehrenamtlich als globale Botschafter für die Laureus Stiftung weltweit.
Becker und Häkkinen wagten sich an dieselben Aufgaben wie die Schüler - in sieben Meter Höhe im Hochseil und auch bei einer Kooperationsübung auf dem Boden. Beim anschließenden gemeinsamen Grillen gab es genug Zeit für die Schüler, noch das heiß ersehnte Autogramm zu ergattern. Marcus Weber, betreuender Trainer von move&do ist überzeugt: Wenn sich Leistungssportler für solche Projekte engagieren bekommt die Vermittlung von sozialen Kompetenzen eine ganz andere Wertigkeit."
Mit move&do" wurde 2007 durch die drei Träger - Laureus Sport for Good Foundation Germany, Sportkreis Stuttgart und Stuttgarter Jugendhaus gGmbH - ein neues Projekt mit Schwerpunkten Erlebnispädagogik und Natursport installiert. Über die Mobilität dieses Projekts werden viele Schulen sowie soziale Einrichtungen und damit viele Kinder und Jugendliche im Stuttgarter Raum erreicht. Die Ameisenbergschule im Stuttgarter Osten ist eine der Schulen, mit denen move&do seit 2007 zusammenarbeitet. Regelmäßig im Herbst starten die fünften Klassen mit Sportlehrerin Oßwald ihr Projekt gemeinsam mit move&do: Über die Sportart Klettern geht es vor allem darum, die Klassengemeinschaft zu stärken, die Kommunikation zu verbessern und Vertrauen untereinander aufzubauen, ganz getreu der Aufgabe der Laureus Stiftung, die darin besteht Sport als Mittel zu sozialem Wandel einzusetzen. Durch den Besuch von Becker und Häkkinen er fuhren die Kinder eine Wertschätzung, außer dem hatten sie die Möglichkeit ihre Sportidole endlich einmal live zu treffen. Dabei ist für unsere weitere Arbeit mit der Schulklasse besonders wichtig, dass die Schüler miterleben, wie in solchen Situationen auch Stars Schwäche zeigen können", meint die Trainerin Nina Klingele von move&do. So erging es auch Schüler Michael, der sich auf der Plattform nicht wirklich wohl gefühlt hat. Später hörte er Boris Becker - Chairman der Deutschen Laureus Stiftung - noch auf der Plattform stehend rufen: Gibt es hier noch einen an deren Weg runter?" Die Klasse und move&do werden in diesem Schuljahr noch weitere Aktionen durchführen. Klassenlehrerin Katja Conzelmann zeigt sich sehr erfreut über den bisherigen Erfolg. Sie weiß dass ihre Schüler oft ein schwaches Selbstbewusst sein haben.
Dominik Hermet
Schüler der Ameisenbergschule helfen den Stars im Hochseilgarten
Die Laureus-Academy-Member Boris Becker und Mika Häkkinen besuchten auf Initiative der Laureus-Stiftung Deutschland vergangenen Samstag das Projekt Move&Do und kämpften gemeinsam mit den Fünftklässlern der Hauptschule gegen Schwerkraft und Höhenangst.
S-OST/PRAGSATTEL - In Zweierteams ging es über eine "Wackelbrücke" in luftiger Höhe - Stefan (9) mit Mika Häkkinen und Shabnam (9) mit Boris Becker. Das Zittern der Knie lässt erst wieder nach, wenn alle festen Boden unter den Füßen haben. Sieben Meter in der Luft sind bei den Schülern und den Stars Konzentration und höchste Aufmerksamkeit gefordert - der Rest der Klasse verfolgt jeden Schritt der Beiden und versucht die Brückenbretter in die richtige Position zu bringen. Wer am Samstag am Aktivpark Bergheide vorbeikam staunte nicht schlecht über den Andrang. Die fünfte Klasse der Ameisenbergschule aus Stuttgart Ost war zum Höhepunkt ihres Erlebnispädagogischen Projektes mit move&do für einen Tag im Hochseilgarten.
Doch zusätzlich zu diesem ohnehin schon aufregenden Ereignis hatte sich noch Prominenz aus dem Sport angekündigt: Die Laureus-Academy- Member Boris Becker und Mika Häkkinen, die sich neben 44 weiteren Academy- Membern ehrenamtlich als globale Botschafter für die Laureus-Stiftung weltweit engagieren und dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit auf Erfolge, Probleme, und Erfordernisse an den Standorten lenken. Sie wagten sich an dieselben Aufgaben wie die Schüler - in sieben Meter Höhe im Hochseil und auch bei einer Kooperationsübung auf dem Boden. Beim anschließenden gemeinsamen Grillen gab es genug Zeit für die Schüler noch das heiß ersehnte Autogramm zu ergattern.
Marcus Weber, betreuender Trainer von Move&do ist überzeugt: "Wenn sich Leistungssportler für solche Projekte engagieren, bekommt die Vermittlung von sozialen Kompetenzen eine ganz andere Wertigkeit." Mit "Move&do" wurde 2007 durch die drei Träger - Laureus Sport for Good Foundation Germany, Sportkreis Stuttgart und Stuttgarter Jugendhaus gGmbH - ein neues Projekt mit den Schwerpunkten Erlebnispädagogik und Natursport installiert. Über die Mobilität dieses Projekts werden viele Schulen sowie soziale Einrichtungen und damit viele Kinder und Jugendliche im Stuttgarter Raum erreicht. Die Ameisenbergschule im Stuttgarter Osten ist eine der Schulen mit denen Move&do seit 2007 zusammenarbeitet.
Regelmäßig im Herbst starten die 5. Klassen mit Sportlehrerin Oßwald ihr Projekt gemeinsam mit move&do: über die Sportart Klettern geht es vor allem darum die Klassengemeinschaft zu stärken, die Kommunikation zu verbessern und Vertrauen untereinander aufzubauen, ganz getreu der Aufgabe der Laureus-Stiftung, die darin besteht Sport als Mittel zu sozialem Wandel einzusetzen. Durch den Besuch von Becker und Häkkinen erfahren die Kinder eine Wertschätzung, außerdem haben sie die Möglichkeit ihre Sportidole endlich einmal live zu treffen. Dabei ist für unsere weitere Arbeit mit der Schulklasse besonders wichtig, dass die Schüler miterleben wie in solchen Situationen auch Stars Schwäche zeigen können meint die Trainerin Nina Klingele von move&do.
So geht es auch Michael, der sich auf der Plattform nicht wirklich wohl gefühlt hat. Später hört er Boris Becker - Chairman der Deutschen Laureus Stiftung - noch stehend auf der Plattform rufen: "Gibt es hier noch einen anderen Weg runter?" Die Klasse und Move&do werden in diesem Schuljahr noch weitere Aktionen durchführen. Klassenlehrerin Katja Conzelmann zeigt sich sehr erfreut über den bisherigen Erfolg. Sie weiß, dass ihre Schüler oft ein schwaches Selbstbewusstsein haben.
Schüler trainieren mit Promis
Einmal mit Tennislegende Boris Becker in den Seilen hängen oder Ex-Formel1-Profi Mikka Häkkinen beim Klettern sichern - das durften Stuttgarter Hauptschüler am Samstag. Im Aktivpark Bergheide stellten sie ihren Teamgeist unter Beweis und überwanden Ängste.
Den Tag, als sie mutiger war als Boris Becker, wird Shabham so schnell nicht vergessen. Schritt für Schritt balanciert die Zwölfjährige im Hochseilpark Bergheide in sechs Meter Höhe über wackelige Bretter, die ihre Mitschüler über Seile in die Horizontale ziehen. Die zierliche Schülerin reicht dem ehemaligen Tennischämpion die Hand, Boris Becker greift zu, rutscht in eine gefährliche Grätsche hinein. Gemeinsam wagen die Fünftklässlerin der Ameisenbergschule und der Promi den luftigen Parcours, angespornt von einem guten Dutzend jugendlicher, gesichert von einem dicken Klettergurt.
Raus aus der Schule, in der Natur die eigenen Grenzen austesten und erleben, wie gemeinsam in der Gruppe so manches besser geht - das sind die Ansätze der Erlebnispädagogik. Ihr hat sich das Modellprojekt "Move & do" verschrieben, das von der Stuttgarter Jugendhaus-gesellschaft, dem Sportkreis und der Laureus-Stiftung gemeinsam finanziert wird. Es ist auf drei Jahre angelegt und hat einen Etat von 290 000 Euro. Seit 2007 spornt Projektleiter Marcus Weber Förder- und Hauptschüler an, zu zeigen, was in ihnen steckt. Er baut mit ihnen Flöße, um auf dem Max-Eyth-See Runden zu drehen, bei denen keiner untergeht, lm Kletterzentrum auf der Waldau trauen, sich die Schüler die Senkrechte hinauf - manche nur ein paar Meter, andere bis ganz oben. Auch im Hochseilgarten wird so manche Angst besiegt.
"Gibt es hier noch einen anderen Weg runter?", ruft Boris Becker etwas verzweifelt. Er soll springen, von der Plattform auf den Boden, sechs Meter überwinden. Da kommt es nicht auf Schnelligkeit an, da hilft weder Muskelkraft noch Technik weiter. Boris Becker muss beweisen, dass er Vertrauen hat - in die vier Frauenhände, die das Seil sichern, an dem er gleich hängen wird. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, alle Kameras haben nur einen im Anschlag. Auch Exrennfahrer Mikka Häkkinen ruft seinem Freund Boris Aufmunterndes zu.
So viel Prominenz im Aktivpark Berg ist ein Novum. Als Vorsitzender der deutschen Laureus-Stiftung engagiert sich Boris Becker seit Jahren für sozialen Wandel durch Sport. "Wir müssen unseren Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit schenken und Förderung anbieten", betont Becker und hat mit Mikka Häkkinen einen bekannten Unterstützer an seiner Seite. "Viele Kindern fehlt es an sozialen Kontakten", bedauert Häkkinen. Sie seien gefangen in ihrer Welt der Computerspiele und Internetangebote. "Wir sind hier, damit sie gemeinsam mit uns erleben können, dass Sport und Bewegung großen Spaß machen."
Die Aufregung vor dem Treffen mit den Sportlern hat die 17 Schüler tagelang begleitet. Er wolle ein Foto mit dem Formel1-Champion, gesteht Micha und spricht Häkkinen auf Englisch an. Der Sportler setzt die Sonnenbrille ab, nimmt den jungen für die Kamera in den Arm. Doch mit den Promis richtig plaudern, das trauen sich die Schüler nicht. Bei den Spielen, die Team- und Koordinationsfähigkeit trainieren, wird gekichert und gestöhnt. Beim Bratwurstessen am offenen Feuer wird schweigsam die Senftube an Boris Becker weitergereicht.
Für Klassenlehrerin Katja Conzelmann ist das Projekt dennoch ein voller Erfolg. "Die Hauptschüler haben oft ein schwaches Selbstbewusstsein", sagt die Pädagogin. Sie weiß, wie gut ihren Zöglingen die Erlebnistage beim Klettern oder im Jugendhaus getan haben. Sie sieht, wie wichtig es ist, die Kinder, die mitunter aus schwierigen Familien kommen, ihre Stärken spüren zu lassen.
Boris Becker setzt sich auf der Plattform auf den Hosenboden. "Oh Gott" ruft er und springt mit geschlossenen Augen, die Hände an den Gurten. Es ist eine weiche Landung. Shabnam, seine Partnerin auf dem Hochseilparcours, muss lachen über so viel Zögerlichkeit. "Ich habe keine Angst gehabt", sagt sie,"ich habe es einfach gemacht."
Der Sportkreis Stuttgart startet das Projekt „move&do" mit Schirmherr Christoph Langen Seit Mai ist der Sportkreis Stuttgart um ein Kooperationsprojekt reicher: Mit „move&do" startete ein mobiles, erlebnispädagogisches Projekt das soziale Kompetenzen bei jugendlichen stärken und über die- sen Weg das Gewalt- und Aggressi- onspotenzial senken soll. Schirmherr des Projekts ist der ehemalige Weltklasse-Bobfahrer Christoph Langen.
Christoph Langen nimmt seine Rolle als Schirmherr sehr ernst und „möchte sie nicht nur auf dem Papier übernehmen, sondern ihr auch aktiv gerecht werden". Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts am 7. Mai in der Untertürkheimer Auschule bekam er dazu gleich Gelegenheit. Von vierzehn Schülerinnen und Schülern ließ sich Langen in einem „Laufenden A" über den Schulhof bewegen. Bei diesem erlebnispädagogischen Gerät handelt es sich um eine Holzkonstruktion, an dessen Spitze mehrere Seile befestigt sind. Durch gezieltes Spannen und Entspannen der Seile kann das Holz-A ins Gleichgewicht gebracht und fortbewegt werden. Wichtiger als die Kraft sind bei dieser Aktion das Miteinander und die Teamfähigkeit der Teilnehmer.
Schulen bei Erziehung unterstützen
Gerade diese Komponenten der Sozialkompetenz fehlen bei vielen Jugendlichen jedoch. „Tritt dann noch eine erhöhte Gewaltbereitschaft auf, stehen Schulen und Eltern schwere erzieherische Aufgaben bevor", so Stefanie Möllenkamp, Geschäftsführerin der Laureus-Stiftung, die neben dem Sportkreis Stuttgart und der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH als Träger auftritt. Das Team von „move&do" besteht aus der Sportwissenschaftlerin Nina Klingele und dem Sozialpädagogen Marcus Weber, der das erlebnispädagogische Projekt im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte. Gesellschaftliche Veränderungen in der Familie und der Gesellschaft stellen das Schulsystem, den Sport und die Jugendhilfe vor neue Herausforderungen, die mit den traditionellen bzw. konven- tionellen Methoden nicht mehr zu lösen sind. Der Programminhalt von „move&do" zielt auf eine ganzheitliche Förderung der Jugendlichen im Bereich von Schlüsselqualifikationen ab, wie sozialem Verhalten und Persönlichkeitsbildung. Durch verschiedene erlebnispädagogische Maßnahmen an Schulen oder sozialen Einrichtungen soll u. a. die Vermittlung von Sozialkompetenz sowie der Abbau von Gewalt und Aggressionen erreicht werden.
Soziale Qualität des Sports nutzen
Sportliche Outdoor-Aktivitäten wie Klettern, Floßbau oder Kanu fahren gehören neben Abenteuerfreizeiten zu den Highlights des Programms. Dabei genießt die sportliche Komponente bei „move&do" einen sehr hohen Stellenwert - auch zu Recht meint Fred Jürgen Stradinger, Vorsitzender des Sportkreis Stuttgart: „Unter entsprechender Inszenierung ist der Sport ein sehr gutes Instrument, um auch Ziele in anderen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen, da er beispielsweise für Fair Play und Teamfähigkeit steht." „move&do" richtet sich mit seinen er- lebnispädagogischen Maßnahmen an alle Stuttgarter Schulen, aufgrund des sozialen Auftrags liegt der Schwerpunkt jedoch auf Haupt- und Förderschulen. Da nur durch Kontinuität auf das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen eingewirkt werden kann, wird jede Schule mehrfach besucht. Absprachen mit den zuständigen Lehrkräften gewährleisten dabei eine individuelle Programmgestaltung und das Eingehen auf die jeweiligen klassen- bzw. gruppeninternen Probleme.
Projekt soll auch langfristig wirken
Das zunächst auf drei Jahre angesetzte Projekt, wird über den kompletten Zeitraum wissenschaftlich begleitet. Dazu werden alle durchgeführten erlebnispädagogischen Aktionen an neun ausgewählten Pilotschulen, darunter auch die Auschule, untersucht. Diese wissenschaftliche Auswertung soll den Präventivcharakter des Projekts überprüfen. Schließlich streben Marcus Weber und Nina Klingele von „move&do" an, ihr Projekt zukünftig als Dauereinrichtung installieren zu können.

Mitmachprojekt gegen Gewalt an Schulen gestartet
Gewalt, Aggression und Ausgrenzung sind Alltag an Stuttgarter Schulen. Mit Erlebnispädagogik will das Projekt "move&do" dagegensteuern. Die Schirmherrschaft haben Bob-Olympiasieger Christoph Langen und OB Wolfgang Schuster übernommen.
In seiner aktiven Karriere ist er durch den Eiskanal gerast. Auf dem Schulhof der Auschule in Untertürkheim bewegt sich Olympiasieger Christoph Langen hingegen nur sehr schleppend. Eigentlich wird er bewegt. Langen steht im "Laufenden A, einer Holzkonstruktion, an deren Spitze 15 Seile befestigt sind. Die Schüler an den Enden der Seile bringen durch gezieltes Ziehen und Lockerlassen das Holz-A samt Olympiasieger zum Laufen.
Solch eine erlebnispädagogischen Übung soll die soziale Kompetenz der Schüler fördern. "Es geht darum, dass die Kinder erfahren, dass sie den anderen Vertrauen können", sagt Projektleiter Marcus Weber. Denn wenn die Strippenzieher nicht festhalten, fällt das Holz-A um. Das Interesse an dieser Form von Erlebnispädagogik ist groß. Bis zum Sommer ist Weber schon ausgebucht. "move&do" will ein längerfristiges Angebot schaffen. Also keine einmaligen Aktionen. Stattdessen besucht Weber mit einer Kollegin interessierte Förder- und Hauptschulen mindestens dreimal. Als erlebnispädagogische Höhepunkte sind Kanufahrten oder Besuche im Hochseilgarten geplant.
"Wir wollen grundlegende Dinge vermitteln: Zuhören, Kontaktaufnahme und Konfliktfähigkeit", sagt Weber. Dies dämme nicht nur das Gewalt- und Aggressionspotenzial der Schüler ein. Auch die Konzentrationsfähigkeit werde so gesteigert. Deshalb sind die Schulleiter gerne bereit, an einem "move&do"-Tag einige Unterrichtsstunden zu opfern.
Weber hat das Bewegungsprojekt im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelt. Ohne Förderer, das war ihm von Anfang an klar, würde er seine Konzeption nicht mit Leben füllen können. Die nötige Unterstützung fand er bei Laureus, dem Stuttgarter Jugendhaus e. V. und dem Sportkreis.
Laureus ist eine von DaimlerChrysler und Richemont gegründete Stiftung, in der sich weltweit Sportgrößen wie Michael Jordan, Alberto Tomba oder eben Christoph Langen engagieren. Ihr Motto lautet: Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern."
Er kann vor allem Kindern helfen. Nicht nur in der Dritten Welt, auch an Stuttgarter Schulen. Christoph Langen sieht das genauso. Deshalb nimmt er die Schirmherrschaft des Projekts sehr ernst. "Ich will aktiv mitmachen, nicht nur einmal auftauchen, sondern so oft wie möglich." Vielleicht wird man also in Zukunft den Bob-Olympiasieger öfter sehen, wie er im "Laufenden A" über Schulhöfe schwankt.
Obertürkheim: Projekt "Move & Do" gegen Gewalt an der Schule mit Schirmherr Christoph Langen gestartet
"Gewalt an Schulen ist immer ein Thema", sagt die Geschäftsführerin der Laureus Sport for Good Foundation Germany, Stefanie Möllenkamp. In Kooperation mit dem Stuttgarter Sportkreis und der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH wurde gestern in der Auschule die neue Initiative "Move & Do" vorgestellt.
Durch Erlebnispädagogik sollen die Jugendlichen spielerisch Sozialkompetenz erlernen. Gewalt, Aggression, Alkoholmissbrauch, Mobbing oder Ausgrenzung von Ausländern seien Realität an deutschen Schulen. "Dem wollen wir entgegenwirken", erklärt Möllenkamp.
Die Laureus-Stiftung, für die 45 Sportlegenden wie Franz Beckenbauer, Boris Becker, Bobby Charlton oder Michael Jordan weltweit tätig sind, will den Sport als Mittel zum sozialen Wandel einsetzen. Die Idee wurde in Untertürkheim beim Gründungspartner DaimlerChrysler geboren. "Deshalb lag es nah, auch in Stuttgart tätig zu werden", erklärt Möllenkamp.
Die Initiative "Move & Do" stehe für eine ganzheitliche Förderung der Schüler zu sozialem Verhalten und der Persönlichkeitsausbildung, erklärt Projektleiter Marcus Weber. Durch verschiedene erlebnispädagogische Outdooraktivitäten hauptsächlich vor Ort aber auch Highlights wie Klettern oder Kanufahren lernen die Jugendlichen Vertrauen aufzubauen." Sie müssen erkennen, dass sie nur gemeinsam stark sind", sagt Weber. Vorurteile könnten so ausgeräumt werden.
So mussten gestern die Auschüler versuchen, durch wechselseitiges Ziehen an 15 Seilen ein Holzgestänge - das laufende A in die gewünschte Richtung zu bringen. Auch der achtmalige Bobweltmeister und zweifache Olympiasieger Christoph Langen, der neben OB Wolfgang Schuster als Schirmherr, fungiert, ließ es sich nicht nehmen, persönlich mitzuwirken.
"Der Sport bringt alle Jugendlichen zusammen", sagt Langen. "Man lernt für das spätere Leben oft mehr als in anderen Fächern. Auf der einen Seite auch einmal die Ellbogen einzusetzen aber gleichzeitig Teamfähigkeit", betont Langen die Bedeutung. Deshalb will er sich verstärkt einbringen und nicht als "Schirmherr auf dem Papier agieren".
Das Projekt richtet sich an alle Stuttgarter Schulen. "Wir sind offen für alles", erklärt Weber, das Hauptaugenmerk liege aber aufgrund des sozialen Auftrags auf den Haupt- und Förderschulen. Das Angebot kommt gut an. Bis zum Sommer ist man bereits komplett ausgebucht. Schließlich sollen alle Schulen mindestens drei Mal besucht werden.
"Wir wollen eine gewisse Kontinuität aufrecht erhalten", sagt Weber. Dazu gehöre auch die vorherige Absprache mit den Lehrern. "Wir müssen auf die jeweiligen Probleme eingehen". Zunächst auf drei Jahre ist die Initiative angelegt. An neun ausgewählten Pilotschulen wird in dieser Zeit eine wissenschaftliche Auswertung vorgenommen. "Ziel ist es, dass das Projekt zur Dauereinrichtung wird", hofft Weber. "Um den gewünschten Präventivcharakter zu erhalten".
Gemeinsames Strippenziehen gegen Gewalt - Projekt "move & do" startet mit Schirmherr Christoph Langen im Schulhof der Auschule
UNTERTÜRKHEIM. Vergangenen Montag fiel der Startschuss für "move & do" - ein mobiles, erlebnispädagogisches Projekt in Trägerschaft der Laureus Stiftung, der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH und des Sportkreis Stuttgart. Die Schirmherrschaft für das Projekt, über dessen Mobilität Schulen sowie soziale Einrichtungen in Stuttgart erreicht werden sollen, haben Bob-Olympiasieger Christoph Langen und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster übernommen.
Die Rolle als Schirmherr von "move&do" möchte Christoph Langen nicht nur auf dem Papier übernehmen, sondern ihr auch aktiv gerecht werden.
Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts in der Untertürkheimer Auschule bekam er dazu gleich Gelegenheit. Von vierzehn Schülerinnen und Schülern ließ sich Langen in einem "laufenden A" über den Schulhof bewegen. Bei diesem erlebnispädagogischen Gerät handelt es sich um eine Holzkonstruktion, an dessen Spitze mehrere Seile befestigt sind. Durch gezieltes Spannen und Entspannen der Seile kann das Holz-A ins Gleichgewicht gebracht und fortbewegt werden. Wichtiger als Kraft ist bei dieser Aktion das Miteinander und die Teamfähigkeit der Teilnehmer.
Vielen Jugendlichen fehlen jedoch gerade diese Komponenten der Sozialkompetenz. "Tritt dann noch eine erhöhte Gewaltbereitschaft auf, stehen Schulen und Eltern schwere erzieherische Aufgaben bevor", so Stefanie Möllenkamp, Geschäftsführerin der Laureus Sport for Good Foundation Germany.
Gesellschaftliche Veränderungen in der Familie und der Gesellschaft stellen das Schulsystem, den Sport und die Jugendhilfe somit vor neue Herausforderungen, die mit den traditionellen bzw. konventionellen Methoden nicht mehr zu lösen sind.
Andreas Reißig, Vorsitzender der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH, betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer Angebotserweiterung mit neuen Ansätzen und alternativen Lösungswegen. Eine solche bietet das neu installierte erlebnispädagogische Projekt "move & do". Die Programminhalte zielen auf eine ganzheitliche Förderung der Jugendlichen im Bereich von Schlüsselqualifikationen, wie soziales Verhalten und Persönlichkeitsbildung.
Durch verschiedene erlebnispädagogische Maßnahmen an Schulen oder sozialen Einrichtungen soll u. a. die Vermittlung von Sozialkompetenz sowie der Abbau von Gewalt und Aggressionen erreicht werden. Sportliche Outdooraktivitäten wie Klettern, Floßbau oder Kanufahren gehören neben Abenteuerfreizeiten zu den Highlights des Programms.
Dabei genießt die sportliche Komponente bei "move&do" einen sehr hohen Stellenwert - auch zu Recht, meint Fred-Jürgen Stradinger, Vorsitzender des Sportkreises Stuttgart: "Unter entsprechender Inszenierung ist der Sport ein sehr gutes Instrument, um auch Ziele in anderen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen, da er beispielsweise für Fair Play und Teamfähigkeit steht"."
"move & do" richtet sich mit seinen erlebnispädagogischen Maßnahmen an alle Stuttgarter Schulen, aufgrund des sozialen Auftrags liegt der Schwerpunkt jedoch auf Haupt- und Förderschulen. Da nur durch Kontinuität auf das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen eingewirkt werden kann, wird jede Schule mindestens dreimal besucht. Absprachen mit den zuständigen Lehrkräften gewährleisten dabei eine individuelle Programmgestaltung und das Eingehen auf die jeweiligen klassen- bzw. gruppeninternen Probleme.
Das zunächst auf drei Jahre angesetzte Projekt wird über den kompletten Zeitraum wissenschaftlich begleitet.
Dazu werden alle durchgeführten erlebnispädagogischen Aktionen an neun ausgewählten Pilotschulen, darunter auch die Auschule, untersucht. Diese wissenschaftliche Auswertung soll den Präventivcharakter des Projekts überprüfen. Schließlich streben Marcus Weber und Nina Klingele von "move & do" an, ihr Projekt zukünftig als Dauereinrichtung installieren zu können.