Ein schöner Sommer mit vielen tollen Erlebnissen und Aktionen geht zu Ende.

Nun freuen wir uns auf den Start ins neue Schuljahr 18/19!

Drei Tage schwitzen, durchhalten und füreinander da sein

move&do Hüttentour 2018

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"Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen." (Goethe)

Für die 19 Schüler und Schülerinnen der Gablenberger und der Eichendorff Werkrealschule in Stuttgart hieß es kurz vor den Ferien "drei Tage wandern von Hütte zu Hütte!". Mit eigenem Rucksack und Wanderstiefeln ausgerüstet starteten die Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrerinnen und dem move&do Team in Hinterstein / Bad Hindelang die 26,1 km lange Wanderung.

Gemeinsam zu Fuß von Hütte zu Hütte gehen und dabei ohne Handy zu sein ist für jede Schulklasse eine ganz besondere Herausforderung. Denn im Vorfeld war es für viele der Schüler und Schülerinnen nicht nachvollziehbar, in der heutigen Zeit drei Tage telefonisch nicht erreichbar zu sein. Umso schöner ist es dann zu erleben, dass die Jugendlichen nach kurzer Zeit die Vorteile des „offline Zeitalters“ erkennen und schätzen lernen.

Kaum ein anderes Naturerlebnis fordert auf diese Art körperliche und soziale Stärken der Jugendlichen. Grenz- und Selbsterfahrung sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins können am eigenen Körper bewusst erlebt werden.

Zum Erreichen des täglichen Etappenziels müssen die Schüler und Schülerinnen zusammenhalten, füreinander da sein, sich gegenseitig helfen und durchhalten.

So wurde es für die Jugendlichen zur Selbstverständlichkeit den Rucksack der Schwächeren abzunehmen, langsam zu laufen, den anderen die Hand zu geben und sich gegenseitig zu motivieren. Durch die Unterstützung der Anderen und mit einem starken Willen erreichten alle das Ziel und kamen so an der Schwarzenberghütte und am Edmund-Probst-Haus auf 1932 m an.

Die Belohnung - traumhafte Aussichten, Bergseen, Ruhe, frische Luft und ein Essen auf Bergsteigerhütten. Für alle Jugendlichen war dies eine Wahrnehmungserweiterung, etwas Neues und unbeschreiblich Schönes. Das wichtigste jedoch – das Ziel erreicht und etwas geschafft zu haben.

Nach 72 h und über 2.800 hm geht es für die Schüler und Schülerinnen müde aber zufrieden und mit einem gefüllten Rucksack an Erlebnissen, neuen Eindrücken, sozialen und personalen Kompetenzen wieder zurück in die Schule.

move&do ist ein erlebnispädagogisches Programm, das sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und deren Sozialkompetenz zu fördern. In gemeinsamer Trägerschaft von Sportkreis Stuttgart und Stuttgarter Jugendhausgesellschaft ist move&do an der Schnittstelle von Sport und Jugendhilfe aktiv und kann auf ein gut ausgebautes Netzwerk aus Schulen, Jugendhäusern und Sportanbietern zurückgreifen. Die Laureus Sport for Good Foundation Germany, Austria unterstützt move&do seit der Gründung im Jahr 2006.

Laura Hübsch / Marcus Weber

(Bild: Eichendorffschule / Gablenbergschule / move&do)

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Einführung in die „kooperativen Spiele“ mit move&do

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Am 19. Juni 2018 fand im Spielhaus Unterer Schlossgarten zum zweiten Mal eine Einführung in die „kooperativen Spiele“ für Mitarbeiter der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft statt.

Für die 16 Teilnehmer ging es in diesem Tag darum, eine Einführung in das Thema und einen Überblick über die bekanntesten Spiele zu erhalten.

Kooperative Spiele sind Aufgaben für Gruppen, bei denen selbstreflektiertes Lernen und selbständige Erfahrungsmöglichkeiten in Gang gesetzt werden. Die mit den kooperativen Spielen verbundenen Aktivitäten sind für die Teilnehmenden oftmals eine Herausforderung und mit einem ungewissen Ausgang verbunden. Diese Form des „Abenteuers“ sorgt dafür, dass die Teilnehmer emotional eingebunden und ein ganzheitlicher Erlebnischarakter gefördert wird.

Da das Erleben in den Aufgaben ein wichtiger Bestandteil ist, war es für die Teilnehmer wichtig, einige der Aufgaben selbst einmal anzuprobieren. Durch das eigene Erleben ist es erst möglich, die emotionale Einbindung in die Aufgaben aus der Perspektive der Teilnehmer zu verstehen. Das emotional Erlebte ist nämlich in der Reflexion mit den Gruppen sehr oft ein wichtiger Bestandteil.

Neben dem Aufzeigen von verschiedenen Reflexionsmethoden, haben die Teilnehmer auch noch Tipps zum Bau von Spielen erhalten.

Denn das Ziel dieser Fortbildung war es, die Umsetzung von kooperativen Spielen in den Einrichtungen so einfach wie möglich zu gestalten. Aufgrund der großen Nachfrage wird es voraussichtlich eine weitere Auflage dieser Fortbildung geben.

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Fahrradkurs für Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund

In einigen Ländern ist das Fahrradfahren für Frauen nicht üblich. Ängste und Unsicherheiten von Migrantinnen, die noch nie oder schon lange nicht mehr mit dem Fahrrad gefahren sind, sollen durch den Fahrradkurs abgebaut werden. Neben der Schulung von Grundtechniken, Gleichgewichts-, Fahr- und Bremsübungen werden die Projektteilnehmerinnen mit den Verkehrsregeln vertraut gemacht. Die Mobilität der Frauen wird gefördert und Integration ermöglicht.

Das Projekt wird veranstaltet vom Sportkreis Stuttgart e.V. und gemeinsam mit dem ErlebnisParcours Zuffenhausen, dem Haus 11 und move&do in der Praxis umgesetzt.

 

"Startup"

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Digitalisierung gilt in der Wirtschaft als Revolution. Revolutionär war auch das Entwicklerteam, das Anfang März Ideen für die Digitalisierung eines Stadtspieles für Stuttgart erarbeitete: 20 Werkrealschüler und –schülerinnen sowie 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Daimler Financial Services (DFS) arbeiteten einen Tag lang Hand in Hand. Der Innovationstag war Teil des Programms move&do.

Der Vormittag war recht sportlich, denn die 20 Schüler aus Stuttgart Gablenberg und die Designer und IT-Entwickler von 20 Mitarbeiter des Finanzdienstleisters (DFS) sollten das alte Stadtspiel von move&do mithilfe der Design Thinking Methode genau unter die Lupe zu nehmen. Bei diesem Problemlösungsansatz zur Entwicklung neuer Ideen betrachtet man die Lösung aus der Anwendersicht. Darüber soll das Projekt gesteuert und die Produktentwicklung möglichst nahe am „Kundenbedürfnis“ orientiert werden. Auf der Jagd nach der besten Lösung suchten daher acht gemischten Gruppen nach alten Gebäuden, tauschten Gegenstände und bezogen Passanten mit in die Lösung der Aufgaben ein. Nach der Siegerehrung, bei dem das Team „Mercedes“ als Sieger gefeiert wurde, gab es eine gemeinsame Mittagspause am Schillerdenkmal.

Der Austausch zwischen Schülern und den Mitarbeitern des Finanzdienstleisters passt genau zum Ansatz des Programms move&do, das schon seit fast zwölf Jahren junge Menschen in Stuttgart in ihrem Selbstbewusstsein stärkt und deren Sozialkompetenz fördert. In gemeinsamer Trägerschaft von Sportkreis Stuttgart und Stuttgarter Jugendhausgesellschaft arbeitet move&do an der Schnittstelle von Sport und Sozialem.

Am Nachmittag trugen sechs Arbeitsgruppen die gesammelten Erfahrungswerte im Stuttgarter Rathaus zusammen. Nach einer kurzen Ideenphase wurden erste Prototypen erstellt und im Mittleren Sitzungssaal des Rathauses gegenseitig präsentiert. Dies fand auch Interesse bei Dr. Martin Schairer, dem Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, der die Teilnehmer begrüßte: “Wie spannend ist das denn, Werkrealschüler und Werkrealschülerinnen und Daimler Financial Services zusammen zu bringen? Ich bin mir sicher, dass Sie alle von den gemeinsamen Erfahrungen des heutigen Tages profitieren werden“, so Dr. Schairer.

Der verantwortliche Design Thinking Coach von DFS, Philipp Leiscar, sagte: „Für mich ist es spannend, wie Schüler auf die neuen Arbeitsmethoden bei uns reagieren und man sieht, dass sich die Schüler toll darauf einlassen und spannende Ideen daraus entwickeln. Arbeit bedeutet halt nicht mehr nur den ganzen Tag am Laptop und in Meetings sitzen, sondern die besseren Ergebnisse erzielen wir vor allem im Innovationsbereich, wenn wir unseren Arbeitsalltag dynamisch und interaktiv gestalten. Wie man sieht, kann das auch für den Alltag in der Schule gelten.“

Zum Abschluss entschied ein Voting, welche der Ideen in den kommenden Wochen weiter entwickelt werden. Acht Teilnehmer aus Schülern und DFS-Fachleuten entwickeln daraus in den kommenden Wochen die „Digitale Stadtralley“.

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„Ich schaff‘s auch ohne“ – Stressfaktor Handy

„Ich schaff‘s auch ohne“ – das heißt es seit September 2017 bei move&do für die beiden achten Klassen der Pestalozzi Werkrealschule in Stuttgart. Beim Besuch des Laureus-Förderprojekts an der Schule ging es in mittlerweile vier Trainingseinheiten um Themen wie Stressfaktor Handy oder Multitasking überfordert.

Außerdem gab es einen Selbstcheck der Schülerinnen und Schüler: Alles mit dem Ziel, die Jugendlichen für den bewussteren Umgang mit dem Handy im Alltag zu sensibilisieren. Am Ende dieses Projekts steht die große Aufgabe, eine zweitägige Radtour rund um Stuttgart selbst zu organisieren – selbstverständlich ohne Handy und sonstige technische Unterstützung.

xmas17 Auch wir von move&do aus Mannheim haben uns in das Projekt eingebracht. In einem Gastvortrag bearbeiteten die jeweils 20 Schülerinnen und Schüler aus den beiden Klassen die Themen Selbstregulation und Eigenverantwortung. Dabei beschäftigten sie sich damit, welche „Helfer“ in ihrem Kopf arbeiten, die sie beim konzentrierten und erfolgreichen Arbeiten unterstützen.

Außerdem gingen sie der Frage nach, wie sie sich selbst mental besser steuern, eigenverantwortlich führen, angemessen fordern und richtig erholen können. Hinter dieser Aufgabe stecken komplexe neurowissenschaftliche Ideen und Forschungsergebnisse, die selbst vielen Studenten Kopfzerbrechen bereiten dürften. Mit Hilfe des Modells nahmen die Jugendlichen die Gedanken total interessiert auf und setzten sie sehr gut mit Blick auf ihre persönliche Situation um.

Wir als gesamtes move&do-Team und auch die anwesenden Lehrkräfte waren begeistert, wie die Einheiten verlaufen sind, wie gespannt die Teilnehmer alle Inhalte verfolgt und aktiv mitgearbeitet haben. Wir sind der Meinung, dass die Schülerinnen und Schüler daraus viel für ihr Leben und ihren Schulalltag mitnehmen konnten.

Autor:
Kolja Müller-Späth ist Projektleiter beim Laureus-Förderprojekt move&do Mannheim². Er hat Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln und an der Universität Heidelberg studiert und setzt sich nun mit dem erlebnispädagogischen Ansatz von move&do für junge Menschen ein. Eines der Ziele: Das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenz der Jugendlichen zu stärken, indem relevante Themen gemeinsam im Team aufgearbeitet werden.

BOGY-Praktikum bei move&do

Hallo, ich heiße Katha und gehe in die 10. Klasse. Eine besondere Woche erwartete mich, mein BOGY-Praktikum bei move&do.

Die Woche über gingen wir in verschiedene Klassen. Angefangen von einer fünften Klasse bis hin zu einer zweiten Klasse. Die Schulklassen haben mit vielen Spielen und Aufgaben gelernt sich gegenseitig zu vertrauen und miteinander in einem Team zu arbeiten. In dieser Woche konnte ich auch verschiedene Verhaltensweisen in den Klassen kennenlernen.

xmas17 Anfangs habe ich nur zugeschaut oder mitgemacht, aber am Ende meiner Praktikumswoche durfte ich sogar ein Spiel für eine 4. Klasse vorbereiten und anleiten. Da diese Klasse beim nächsten Mal klettern gehen würde, habe ich mir ein Spiel zum überlegt, welches das Vertrauen der Kinder zueinander stärken soll. Dies hat mir viel Spaß gemacht, da die Kinder motiviert und mit viel Freude das Vertrauensspiel bewältigt haben.

Weiter durfte ich mir Gedanken zu Stuttgart 48 machen und Spielvorschläge einbringen. Auch dies bereitete mir große Freude, da ich schon mehrmals selber ein Teilnehmer war und somit wusste wie viel Spaß man beim Lösen der Aufgaben hat.

Außerdem fand ich es faszinierend das verschiedene Zusammenarbeiten der Kinder zu beobachten und die Vorgehensweisen der Klassen bei unterschiedlichen Aufgaben miteinander zu vergleichen.

Zu Beginn der Woche war ich noch etwas aufgeregt, da ich nicht wusste, was mich alles erwarten würde, doch zum Ende hin war ich schon sehr gelassen und auch etwas traurig da ich bald wieder gehen musste.

Auf geht's in ein neues spannendes Jahr 2018!